Die Eigentümer des heutigen Areals des „Lebensraums“ suchten nach einer geeigneten Form, um die Parzelle von 6500 m2 für die Natur und soziales Wachstum zu erhalten.

Andererseits war im Rahmen der 700-Jahr-Feier der Schweiz ein Projekt aufgegleist worden zur Schaffung zeitgemässer Übergangsräume zwischen Siedlungen und Landschaft. Das Ökozentrum Schattweid (heute Ecovia) war für die Konkretisierung beauftragt und hatte erfolglos nach einem Landstück gesucht. So fand man sich zusammen und das heutige Konzept begann zu wachsen.

SiedlungsbewohnerInnen, NachbarInnen und Eigentümer trugen ihre Visionen und Wünsche zusammen.

Das Beratungsteam Schattweid (heute Ecovia): Beratung und Gegenüberstellung eines idealen“ Konzeptes für die Gestaltung von Übergangszonenzonen.

Als Synthese sind auf basisdemokratischem Weg das Rahmenkonzept und die Vereinsstatuten entstanden. Hauptziel des Vereines ist, das Land einer vielfältigen Nutzung  zuzuführen, in der Pflanzen, Tiere und Mensch Lebensraum und Begegnung finden, wo Erholung und naturbezogene Freizeitbeschäftigung möglich sind.

Im Eilflug durch die Jahre

1991 Vereinsgründung.

1992 Öffentlichkeitsarbeit und Vorbereitung für die Umsetzungsphase.

1993 Umzonung von der Wohn- in die Grünzone. Der Eigentümer nimmt für die Ermöglichung des „Lebensraums“ eine grosse Wertminderung in Kauf. Der Pächter zieht sich zurück.

Der "Gschichtewage" findet ein neues Zuhause im „Lebensraum“. Der „Gschichtewage“ ist heute der mobile Arbeitsplatz der Geschichtenerzählerin Claude Kuyer. Als ehemalige Wohngelegenheit des früheren Landbesitzers und als Baubüro repräsentiert der alte Zirkuswagen ein Stück Siedlungsgeschichte.

1994 Die Interessengruppe Obstbaumgarten bildet sich. 18 Hochstammbäume mit köstlichen alten Sorten werden gepflanzt.

Das Ballspielfeld und diverse Hecken aus einheimischen Sträuchern werden angelegt.

1995 Die Interessengruppe Gartenbau findet zusammen.

Der halbrunde "Bananenhügel" wird aufgeschüttet. Er fasst die Feuerstelle auf drei Seiten ein.

Der Lindengarten entsteht ursprünglich als Landschaftsgarten für Kinder. In den Anfangen sind bis zu 20 Kinder beteilig. Sie suchen via Arbeit mit Ton ihre Visionen, die dann umgesetzt werden. Heute wird der Lindengarten wenig genutzt, doch die fünf Linden im Kreis wachsen auch so weiter, ihrer Stattlichkeit entgegen.

1996 Die gemeinsame Gartenanlage wird in Form eines Mandalas verwirklicht. Sie bietet Gartenparzellen für Bewohner und Bewohnerinnen umliegender Häuser an.

In der Zwischenzeit sind auch einige Trockenmauern, Asthaufen und viele bunte, blühende Nischen entstanden und der Übergang zur Wogeno-Parzelle wurde kreativ, durchlässig und vielfältig gestaltet. Diverse Kurse zum biologischen Gartenbau werden seither von der Interessengruppe Garten organisiert.

1998 Das Hühnergehege der "Hühnercholchose" genannten Interessengruppe entsteht im „Lebensraum“.

1999 Impulsveranstaltung Permakultur mit Kurt Forster.
In der Folge entstand mit viel Elan das Projekt "Permakulturhaus". Diverse informative und kulturelle Rahmenveranstaltungen fanden Anklang. Aus heutiger Sicht war das Ganze vielleicht "eine Schuhnummer zu gross", es wird nicht umgesetzt.

2001 Die Interessengruppe "Tierhaltung" stellt uns die ersten vier Schafe vor.

2003 Die Ursprungsidee eines parzellenübergreifenden Lebensraumes kommt von aussen zu uns zurück: Im benachbarten Reussschachen entsteht die Auenzone - und seither arbeiten die beiden Lebensräume und ihre Verantwortlichen vermehrt zusammen.

2005 Durch grosszügige Schenkung wird der Verein Besitzer der „Lebensraum“-Parzelle.

2007 Div. Projekte werden vorgestellt: gemeinsame Tierstallungen/Ökonomiegebäude und Orte für soziales Zusammensein.

2008 Das Ökonomiegebäude mit neuen Stallungen für die Schafe und die Hühner wird in Freiwilligenarbeit erstellt.